#DerDienstagDichtet, Das Tier

Jeden Dienstag gibt es bei Katha ein selbst geschriebenes Gedicht und ich schließe mich dem gerne an.


Das Tier

der Mensch ist, so steht es hier

ein vernunftbegabtes Tier

doch hör’ ich gleich ein helles Läuten

was mag Vernunft denn hier bedeuten

ein Blick in uns‘re schöne Welt

zeigt, es ist nicht gut um sie bestellt

wer das sieht ist gleich verzagt

da hat Vernunft komplett versagt

ist sie folglich nur ein Schein

vielleicht hilft es begabt zu sein

doch was ist unser Talent

welches jeder gleich erkennt

und kann es auch zu etwas nutzen

statt nur unsern Ruf zu putzen

wir können sicher vieles schaffen

doch das gelingt sogar den Affen

begabt allein, das reicht wohl nicht

ist das Gemüt einfach und schlicht

bleibt noch das Tier im Menschen drin

doch ergibt das wirklich Sinn

da stellt sich doch die Frage mir

was unterscheidet uns vom Tier

die Vernunft hilft hier wohl kaum

und auf Begabung zu vertrau‘n

ist zu wenig, zweifelsohne

vielleicht sind wir nicht der Schöpfungs Krone

Wahrheit III – Vernunft

Wahrheit

wenn in der Diskussion sich zeigt

dass die Wahrheit nicht mehr reicht

jemand zu gewinnen für die Zunft

dann kommt die Karte der Vernunft

dieser Appell wirkt um so schwerer

denn vernünftig sein will jeder

denn Unvernunft macht jeden stumm

heißt es doch man seie dumm

doch hilft Vernunft hier nur zum Schein

denn durch das bloße Wort allein

wird die Wahrheit nicht wirklich wahrer

und die Sachlage nicht klarer

der Aufruf zum vernünftig sein

ist folglich mehr als nur ein Schein

er dient zur Abwertung all jener

der Andersdenker, der Ablehner

die Diskussion wird jäh beendet

damit sich ja das Blatt nicht wendet

keine Fragen zugelassen

das soll Vernunft sein, nicht zu fassen

vielleicht könnte es vernünftig sein

man lässt sich auf das Denken ein

und prüft ganz ruhig mit Akzeptanz

auf Ursprung und auf Relevanz

eben ganz ohne Vorurteil

und im Ergebnis offen, weil

die Geschichte uns belegt

Wissen ändert sich, unentwegt

diese Erkenntnis, die ist wichtig

denn schon oft wurd’ Falsches richtig

und Wahrheit war oft schlicht erlogen

und so schließt sich hier der Bogen

Wahrheit ist nicht absolut

zu hinterfragen kostet Mut

doch weiter komm’ wir nur durch Fragen

das ist vernünftig, würde ich sagen