Der Dienstag dichtet, Sommersonnenwende

Jeden Dienstag gibt es bei Katha ein selbst geschriebenes Gedicht und ich schließe mich dem gerne an.

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Sommersonnenwende

im Winter und im Frühling

wurde fast die ganze Nacht

Stück für Stück für Stück

zum hellen Tag gemacht

doch jetzt hat es ein Ende

es ist kaum noch Nacht vorhanden

weswegen wir uns schläfrig

durch die Nächte wanden

jetzt kehrt die Nacht zurück

der Dunkelraub geht nun zu Ende

sie nährt sich ab jetzt von dem Tag

bis hin zur Wintersonnenwende

Sommersonnenwende

die Tage werden kürzer

nein, nicht kürzer

sondern dunkler

die Tage bleiben gleich

immer gleich

sie kümmern sich nicht

um Licht oder Dunkelheit

um Sonne oder Mond

um Sommer oder Winter

 

doch nun verschwindet jeden Tag

ein Moment Licht

 

was tun?

die eigenen Sonnenlichtsreserven

auffüllen?

die Sommerspeicher

volltanken?

die Sonnenstrahlen einfangen

und einwecken?

für schlechte Zeiten?

die Wärme unter der Haut

speichern

für die kalten Tage?

 

oder

 

ganz verschwenderisch

das Licht aufbrauchen

bis zum Sonnenuntergang

sich darin aalen

und nicht

an den Winter denken?

 

wer weiß schon

ob der Winter kommt

vorsorgen ist gut

aber der Lichtverzicht heute

kann morgen

vielleicht

nicht mehr

nachgeholt werden