Sommersonnenwende

die Tage werden kürzer

nein, nicht kürzer

sondern dunkler

die Tage bleiben gleich

immer gleich

sie kümmern sich nicht

um Licht oder Dunkelheit

um Sonne oder Mond

um Sommer oder Winter

 

doch nun verschwindet jeden Tag

ein Moment Licht

 

was tun?

die eigenen Sonnenlichtsreserven

auffüllen?

die Sommerspeicher

volltanken?

die Sonnenstrahlen einfangen

und einwecken?

für schlechte Zeiten?

die Wärme unter der Haut

speichern

für die kalten Tage?

 

oder

 

ganz verschwenderisch

das Licht aufbrauchen

bis zum Sonnenuntergang

sich darin aalen

und nicht

an den Winter denken?

 

wer weiß schon

ob der Winter kommt

vorsorgen ist gut

aber der Lichtverzicht heute

kann morgen

vielleicht

nicht mehr

nachgeholt werden

 

Transparent

die Musik
geht unter die Haut
sie hebt sie an
lässt mich
ihre Begrenztheit spüren
ich will raus
will den Rhythmus
und das Licht
in mir spüren

zaghaft
ziehe ich mir
ein Stückchen Haut
von meinem gefangenen ich
es ist
als würde ich
ein Fenster öffnen
um das Außen
herein zu lassen

in langen Streifen
ziehe mir die Haut ab
häute mich
um mir selbst
mehr Raum zu verschaffen
ich wachse
Ich ströme aus
verteile mich
diffundiere

alles was mich umgibt
dringt in mich ein
durch mich hindurch
das Licht
scheint durch mich durch
und aus mir heraus
der Wind durchströmt
und verweht mich

ich bin überall
und nirgends
und doch mehr
im hier und jetzt
als jemals zuvor

Mehr Licht

Das Licht tanzen. Das klingt so leicht, weil das Licht keine Schwere zu kennen scheint. Doch auch das Licht hat seine Schatten. So mussten wir uns erst durch das Dunkel tanzen, um dabei zu sein, wie eine Sonne geboren wird. Und im Anschluss webten wir ein Netz aus Lichtfäden.

Ich werde mein Licht heute in die Welt hinaus tragen. In die dunkle regnerische Winterwelt.

 

 

Mehr Licht

 

Ich hülle mich

In einen dünnen Faden

aus reinstem Licht

spinne mich in einen

leuchtende.Kokon

um mich selbst nicht

zu verlieren

ich kenne diese Dunkelheit

diesen endlosen Schacht

mit seinem nie endenden Fall

ins tiefschwarze Nichts

magisch zeiht es mich

an den Rand

ein Tanz am Vulkan

vielleicht ist meine Höhenangst

eine Angst vor der Tiefe

vor dem Fall

ich vermeide den Blick hinein

ich hab das Dunkel schon gesehen

ich habe es gespürt, gerochen und geschmeckt

um so mehr halte ich mich

am Licht fest

an jedem einzelnen Lichtlein

und feiere jedes Leuchten

in dieser lichtarmen Zeit.