Das Café Ende – Improvisationsgeschichte – Teil 3

Dies ist eine Improvisationsgeschichte: Jeden Mittwoch erscheint ein neuer Teil, der in einer offenen Situation und mit Fragen endet. Bis einschließlich Samstag darauf werden Ideen und Wortspenden eingesammelt, aus denen dann die Fortsetzung entsetzt. 

Jede*r kann mitmachen. Je mehr Ideen und Wortspenden, desto interessanter wird die Geschichte.


Ideen und Wortspenden:

Wortgeflumselkritzelkram: Also, ich könnte mir vorstellen, dass sich da eine Art Dreiecksgeschichte anbahnt: sie will mit ihr, aber sie mit ihm und er will aber mit der anderen…😂🙈 und meine Wortspende ist Kastration (ups😂)

Katharina: Die Eselswanderungen klingen interessant. Vielleicht wird das Café der Startpunkt? Um das Ganze tierischer zu gestalten, spende ich: kleine getigerte Katze.


Teil 3:

„Schau ihr nicht so hinterher!“

Er drehte den Kopf zu ihr und sah sie an. „Wie bitte?“

„Du sollst ihr nicht so nachschauen. Ich hab genau gesehen, wie du ihr nachgestarrt hast.“

„Wovon redest du? Ich habe nirgendwohin gestarrt.“

„Hey“, sagte sie sehr ernst. „Wenn wir Partner sein wollen, dann sollten wir uns nichts vormachen, klar? Und ich sage dir hiermit in aller Deutlichkeit: Lass die Finger von ihr!“

„Mach dich nicht lächerlich. Ich habe überhaupt nichts gemacht“, sagte er.

„Das sollte auch so bleiben, verstanden?“ Sie verstummte.

Lena brachte den Sekt und den Kuchen. „Dann lasst es euch schmecken.“

Er nickte nur und sah bewusst in die andere Richtung.

„Schon besser“, sagte sie etwas schmunzelnd. Sie nahm das Sektgas, hielt es ihm entgegen und sagte: „Auf die Zukunft.“

Er sah sie mit einer Denkfalte auf der Stirn an, nahm dann aber sein Glas und stieß mit ihr an. „Auf die Zukunft.“

„Wir werden morgen eine erste Tour machen, so zum Test“, sagte sie.

„Und wer testet? Haben wir denn Gäste?“

„Ja, wir haben zwei Gäste.“

„Wen denn?“

„Lena und Frau Schmidt.“

„Lena?“

„Ja Lena. Das Café hat morgen Ruhetag und du wirst dich gefälligst benehmen.“

Er schüttelte nur den Kopf. „Und Frau Schmidt? Ist das nicht die dicke schwarzweiße Katze?“

„Nein das ist Herr Schleicher. Frau Schmidt ist die kleine getigerte Katze. ich kann sie nicht alleine lassen, solange Herr Schleicher noch keinen Termin für die Kastration hatte.“

Er verzog etwas das Gesicht und nickte. „Mmmhhhh, der Glückskirschkuchen ist ja wirklich toll.“

„Danke. Dann starten wir morgen um 8 Uhr hier am Café.“ Sie trank in einem Zug ihren Sekt aus.

„Um acht Uhr“, bestätigte er und schaute noch einmal zum Tresen herüber.


Liebe Lesenden,

nun seid Ihr dran. Werden alle pünktlich am Café sein? Werden sie gemeinsam zur Eselwanderung aufbrechen? Was könnte das Vorhaben eventuell beeinflussen oder gefährden?

Ich freue mich auf Eure Ideen und Wortspenden.


Hier geht es zu Teil 1:

Hier geht es zu Teil 2:

Das Café Ende – Improvisationsgeschichte

Dies ist eine Improvisationsgeschichte: Jeden Mittwoch erscheint ein neuer Teil, der in einer offenen Situation und mit Fragen endet. Bis einschließlich Samstag darauf werden Ideen und Wortspenden eingesammelt, aus denen dann die Fortsetzung entsetzt.

Jede*r kann mitmachen. Je mehr Ideen und Wortspenden, desto interessanter wird die Geschichte.


Die Ideen und Wortspenden vom letzten Mal waren:

Wortgeflumselkritzelkram: Es geht weiter – juchu. Wer da rein kommt – ich lass mich überraschen. Biosphärenreservat klingt ein wenig nach Dystopie für mich? Kuchen finde ich perfekt und meine Wortspende lautet (ohne eine Idee zu haben, wo es hinführt): Eselwanderung.

Katharina: Klingt schonmal mysteriös. Vielleicht ihr Partner in dem Job den sie macht und sie will etwas Revolutionäres probieren. Wenn du schon nach Kuchen fragst, spende ich welchen (zumindest das Wort): karamellisierte Zitronensorbetbrownies.

Rebecca: hat sie seinen oldtimer geschrottet? nein: sie hat das kaffee übernommen und erlebt hier irre geschichten; wortspende: kontrollverlust

Jemand: wer könnte dort kommen? Ihr Guru – was könnte es zu besprechen geben? Sie hat eine Erfahrung gemacht, aus der etwas völlig neues für die ganze Erde resultiert

Kuchenspezialität: Glückskirschkuchen; Wortspende: Guru


Teil 2:

Er kam lächelnd auf sie zu, umarmte sie, gab ihr einen sanften Kuss auf die Wange.

„Schön dich zu sehen“, sagte er.

„Setz dich“, sagte sie mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht.

„Was ist denn mit dir? Warum strahlst du denn so?“

„Fällt dir hier vielleicht irgendwas auf?“

Er zuckte zusammen. Solche Fragen waren fast immer eine Falle, in der es kaum möglich war, auf die richtige Antwort zu kommen. Er sah sich um. Das Café sah so aus wie immer. Es bestand aus einer fast schon unglaublichen Sammlung von Sofas, Sesseln und Tischen. Kein Stück passte zum anderen, doch gerade dies ließ das Café insgesamt absolut stimmig und gemütlich wirken.

„Ich geb‘s auf. Ich seh nichts. Alles wie immer“, sagte er vorsichtig.

„Sitzt du gut in meinem Sessel?“

Er zog die Augenbrauen hoch. „Ja, ich sitze gut“, sagte er deutlich irritiert.

„In meinem Sessel?“

„Wieso in deinem Sessel? Du sitzt doch immer auf der Couch, so wie jetzt auch.“ Seine Stimme wurde etwas unsicherer.

„Weil es jetzt mein Sessel ist“, sagte sie schelmisch.

Er zog die Schultern hoch.

„Das ist ab jetzt mein Café. Ich hab es gepachtet. Es gehört ab sofort mir.“

Er riss die Augen auf und sah sie ungläubig an.

„Ich dachte, du würdest dich etwas mit mir freuen“, sagte sie mit einem Zittern in der Stimme. Für einen Augenblick spürte sie, wie ihr die Welt entglitt. Sie hatte sich dieses Gespräch ganz anders vorgestellt. „Jetzt nicht nervös werden, nicht weinen, kein Kontrollverlust“, sagte sie zu sich selbst.

„Also das … das tue ich … aber …“

„Aber?“, fragte sie leise.

Er schaute einen Moment auf den Tisch und versuchte sich zu konzentrieren. „Das kommt so plötzlich. Und was wird aus unseren Plänen? Unsere Idee Eselwanderungen durch das Reservat anzubieten. Wir sind doch Partner?“

„Hey, das bleiben wir doch auch. Ich will da nicht aussteigen, aber als ich erfahren habe, dass das Café schließen soll, da habe ich einfach zugegriffen. Du hast mir doch immer wie ein Guru vorgebetet, dass man seine Chancen erkennen und nutzen sollte.“

Er nickte. „Und wir bleiben Partner?“

„Aber sicher“, sagte sie lachend.

„Da bin ich aber erleichtert. Na dann herzlichen Glückwunsch Frau Café-Besitzerin“, sagte er nun mit einem freudigen Gesicht.

„Vielen Dank.“ Sie beugte sich dankbar ein wenig vor.

Die Kellnerin kam. „Was darf ich bringen?“

„Lena – das ist Yarim, mein Partner, mit dem ich die Eselwanderungen anbieten möchte.“

Lena machte einen kleinen Knicks. „Hallo Yarim, schön dich kennenzulernen.“

„Ganz meinerseits“ sagte er und sah sie lachend an. Immerhin servierte Lena in diesem Café seit es eröffnet hatte. Aber bisher hatten sie sich nie einander vorgestellt.

„Zur Feier des Tages gebe ich einen aus.“

“Das klingt gut“, sagte Yarim.

„Ein Stück Glückskirschkuchen, den musst du einfach probieren, einen karamellisierten Zitronensorbetbrownie für mich und zwei Gläser Sekt.“ Lena notierte und ging zurück hinter den altmodisch wirkenden Tresen.

„Und was hast du jetzt mit dem Café vor?“, fragt er neugierig.


Liebe Lesenden,

der Anfang ist gesetzt. Das Café Ende hat eine neue Besitzerin. Wie könnte es weitergehen? Was hat sie vor? Wie passt das zu den Eselwanderungen? Welche Rolle werden Lena und/oder Yarim spielen? Fragen über Fragen.

Ich freue mich auf Eure Ideen und Wortspenden


Hier geht zu Teil 1:

Im Café Ende (1), Improvisationsgeschichte

Die Erklärung zu Improvisationsgeschichte gibt es hier:

Improvisationsgeschichte – Auftakt


Kapitel 1 – Im Café

Sie sah nervös auf die Uhr. Noch fünf Minuten. Sie war froh, dass sie schon so früh gekommen war, um sich hier im Café auf das Gespräch vorzubereiten. Das Café „Ende“ lag tatsächlich am Ende des kleinen Ortes. Das Ortsendeschild stand quasi direkt vor der Tür. Bei vielen dieser Ortsschilder war in der oberen Hälfte der Hinweis auf den nächsten Ort enthalten, doch hier war die obere Hälfte leer. Es gab keinen Ort, der hiernach folgte. Die Straße endete nach ein paar hundert Metern auf einem provisorischen Park- und Wendeplatz, bevor dann das Biosphärenreservat begann. Hier war wirklich das Ende.

Seit es das Café gab, kam sie hierher und sie hatte das Gefühl, dass dieses Café ihr eigenes kleines Reservat war. Hierher konnte sie sich zurückziehen, um nachzudenken oder wichtige Gespräche zu führen – so wie heute.

Sie hatte lange gezögert, aber nun führte kein Weg mehr daran vorbei. Heute würde sie es ansprechen müssen. In ihrem Inneren spürte sie eine Unruhe, die in den letzten Wochen immer stärker geworden war und der sie nun nachgeben musste.

Das typische Klingeln des Windspiels erklang, als er das Café betrat. Sie saß an ihrem Stammtisch und daher hatte er sie sofort ausgemacht. Eigentlich war alles wie immer und doch würde es gleich nie mehr so sein, wie vorher.


Liebe Lesenden,

nun seid Ihr gefragt. Welche Ideen und Wortspenden habt Ihr für die Fortsetzung? Wer könnte dort kommen? Was könnte es zu besprechen geben? Was ist die Kuchenspezialität des Hauses? 🙂

Ich freue mich auch Eure Ideen und/oder Wortspenden bis zum Samstag