abc-Etüden, #Aus dem Leben, Augen auf beim Maskenkauf

Die abc-Etüden sind eine Schreibeinladung von Christiane auf: irgendwas ist immer 

Schreibeinladung für die Textwochen 43.44.20 | Wortspende von Mutiger leben

https://365tageasatzaday.wordpress.com/2020/10/18/schreibeinladung-fuer-die-textwochen-43-44-20-wortspende-von-mutiger-leben/

Die Wörter für die Textwochen 43/44 des Schreibjahres 2020 stiftete zum ersten Mal Judith mit ihrem Blog Mutiger leben. Sie lauten:

Schmutzfink
fabelhaft
mopsen.

3 Begriffe in maximal 300 Wörtern.

Augen auf beim Maskenkauf

„Die Maske ist nicht mehr zulässig“, sagte die Schaffnerin ernst. Ich zuckte zusammen und fühlte mich schuldig.

„Das war ja überall in der Presse, dass diese Faceshields nicht mehr zulässig sind.“

Ich schluckte. Na fabelhaft ! Da hatte ich mir diese teure Maske besorgt, weil sie explizit in Bayern geprüft worden war und nun das. Ich kam mir vor wie ein Schmutzfink.

„Ich habe noch eine andere Maske dabei“, sagte ich und holte die regen-und atemfeuchte Maske aus meinem Rucksack.

„Vielen Dank für ihr Verständnis“, sagte die Schaffnerin.

Als sie weg war, trank ich erstmal einen Schluck Kaffee auf den Schreck. Nein eigentlich mopste ich ihn heimlich, damit niemand sah, wie ich meine Maske verschob.


Diese Etüde beruht auf der folgenden heute erlebten Geschichte:

Letztens hatte ich im Internet eine Gesichtsmaske gefunden. Diese ist aus durchsichtigem Plastik , so dass man das Gesicht erkennen könnte.

In der Beschreibung stand, dass die Maske geprüft und zugelassen wurde von der bayerischen Staatsregierung.

Da dachte ich, wenn das Ding selbst bei den strengen Bayern klappt, dann müsste es doch ne gute Idee sein.

Gedacht, gekauft.

Nun musste ich wegen einer Familienangelegenheit nach Hamburg und als ich heute Morgen in Hamburg eine Bäckerei betrat erklärte mir die Verkäuferin, während sie meine Bestellung zusammen packte: „So dürften sie hier morgen aber nicht mehr rein!“

Ich hatte erst nicht richtig verstanden und fragte nach: „Was meinen Sie bitte?“

Und sie: „ Na mit der Gesichtsmaske dürften sie hier eigentlich nicht rein.“

Ich schaute sie verwundert an und fragte, was denn das Problem sei, worauf sie mir erklärte, dass Gesichtsvisiere in Hamburg generell verboten sind.

Ich muss gestehen davon hatte ich wirklich noch nichts gehört.

Ich gab der Dane noch großzügiges Trinkgeld, weil sie so freundlich war, mich dennoch zu bedienen und sie ja auch nichts dafür konnte, dass die Regeln so sind.

Inzwischen ist das Verbot wohl schon weiter. Während das faceshield gestern auf der Zugfahrt nach Hamburg noch ok war, wurde mir auf der Rückfahrt von Hamburg nach Berlin erklärt, dass Shields wohl insgesamt nicht mehr akzeptiert werden. Das sei, erklärte mir die Schaffnerin, ja auch deutlich durch die Medien verbreitet worden. Tja, da reicht es s wohl nicht mehr, nur die Tagesschau zu gucken!

Dann setze ich eben wieder die regen- und atemfeuchte Maske von vorhin auf. Wenn‘s hilft!

Also: Augen auf beim Maskenkauf!

Unakzeptable Akzeptanz

Vor zwei Tagen habe ich noch zu mir selbst gesagt, ich will keinen politischen Blog schreiben…

Ich bin weder ein Corona-Leugner (immerhin habe ich es selbst gehabt, C19) , noch ein Befürworter für alle Sicherheitsmaßnahmen (auch wenn ich die Angst der Menschen verstehen kann). In letzter Zeit frage ich mich aber, ob beide Seiten wissen, dass zur Meinungsfreiheit auch die Akzeptanz anderer Meinungen gehört.

Inspiriert wurde ich hier von der Aktion des Kabarettisten Florian Schroeder und der Medienreaktion .

AkzepTANZ heißt,

anderen ihre Meinung zu lassen

Meinungsfreiheit heißt, 

diese auch äußern zu dürfen

Meinungsmache heißt, 

nur Nachrichten einer Meinungsrichtung zu veröffentlichen

Kabarett heißt, 

anderen einen Spiegel vorzuhalten

Kabarett kann also sein

Menschen zu fragen

ob sie Meinungsfreiheit wollen

und ihnen dann

eine andere Meinung zu präsentieren

Meinungsmache kann also sein

darüber zu berichten

wie Menschen ein Spiegel vorgehalten wurde

und wie sie dann

darauf reagierten

Warum nur stellt sich mir dann die Frage

ob auch Kabarettisten und Medienvertreter 

manchmal in den Spiegel schauen