Balance

Balance. Was ist eigentlich Balance? Und wie kann ich in Balance kommen oder aus der Balance geraten? Die Fragen beantworten sich quasi wie von selbst, wenn sie Musik erklingt und der Körper sich im Rhythmus wiegt. Ein Tanz gelingt nur mit Balance. Ohne würden wir taktlos herumstolpern. Und so wird jede Bewegung, jeder Schritt, jede Drehung, jede Armbewegung durch eine andere Bewegung ausgeglichen, um die Balance zu halten. Der Versuch Balance zu tanzen bedingt, sich in Balance zu halten. Aber die Balance ist ein empfindliches System, welches schnell von außen irritiert werden kann. In Bewegungsresonanz zu anderen Tänzer*innen, kommen schnell Bewegungen hinzu, die dem eigenen Muster nicht entsprechen und die andere Formen des Ausgleichens erfordern. Ein neues System von Bewegungen entsteht, noch fragiler als das eigene, doch durch die Resonanz ist es intensiver. Bewegungen doppeln sich, verstärken sich, ergänzen sich. Doch bei Balanceverlust droht eine Kollision. Und so tanzten wir in größer werdenden Gruppen bis wir das Prinzip der Kollision zur Balanceerhaltung umkehrten. Plötzlich, war eine Balance nur noch durch die Berührung anderer und durch das unbegrenzte Vertrauen in die anderen Balancesysteme möglich. Sich stehend in die Hände von anderen zu begeben und die Verantwortung für die eigene Balance abzugeben, rührt am eigenen Urvertrauen. Aus dieser Erfahrung heraus suchten wir nach unsere eigenen Geste der Balance und teilten sie tänzerisch mit den anderen. Am Ende dann ein ganz persönlicher Moment der Balance, während ich jemandem den Boden unter den Füßen und damit auch die Balance nahm, um sie anschließend sicher wieder zu erteilen. Eine gute Balance hat eben doch viele Gesichter.