Gedicht · Tanzen

Life is a Beach

Life is a beach (Foto)

das Leben

ist ein Strand

die Tage und Jahre

kommen und gehen

wie die Berge und Täler

der Wellen

die mal ganz sanft

heranplätschern

mal wütend über einen

hinwegdonnern

mal bringen sie etwas mit

mal reißen sie etwas fort

das Leben

ist ein Strand

Menschen ziehen vorbei

mal hinterlassen sie

tiefe Spuren

die sichtbar bleiben

mal zeichnen sie nur

flüchtige Abdrücke

die sich auflösen

das Leben

ist ein Strand

es mag

immer gleich aussehen

doch es ist

im ständigen Fluss

der Veränderung

Der Song „Life is a Beach“ von Touch and Go auf YouTube

Gedicht · Tanzen

Sommernacht

in jeder Sommernacht

steckt ein Versprechen

hörst du

wie die Blätter an den Bäumen

es rascheln

hörst du

wie die Wellen im Meer

es rauschen

hörst du

wie die Winde in den Gassen

es wehen

hörst du

wie die Regentropfen auf den Straßen

es trommeln

verstehst Du das

Unausgesprochene

das Versprechen

dass nur im Sommer

eingelöst werden kann

und mit der ersten klaren Winternacht

im Bodenfrost

 

verstummt

Gedicht · Tanzen

Ein Tor mit sieben Türen

Ein Tor aus sieben Türen
doch ich halte sie verborgen
weil sie tief in mich führen
und sie für meinen Schutz sorgen.

Die erste Tür ist leuchtend rot
tief in die Erde eingebracht
sie zeigt, wie ich meine Wurzeln schlage
und was sie aus mir gemacht

Die zweite ist voller Kraft
ein helles orange, hier
liegt meine Leidenschaft
mein Sex und mein Begier

Tür drei in hellem gelb erwacht
weil die Weisheit sie erfülle
hier liegt da Zentrum meiner Macht
und mein eig’ner Wille

Die grüne Tür ist schwer bewacht
hier wohnen Glück und Schmerz
hier liegt mein offener wunder Punkt
mein ungestümes Herz

Die fünf ist blau, vielleicht ahnt man schon
dass sie fast immer offen steht
hier leb ich meine Intuition
und meine Kreativität

Indigo ist die sechste Tür
fehlt mir hier auch mal der Glaube
ist mein Hang zum Okkulten der Hinweis für
mein heimliches drittes Auge

Die sieben umgibt ein violetter Schein
und sie ist nicht ganz ohne
scheint sie doch nicht ganz von dieser Welt zu sein
darum ist sie auch die Krone

Gesichert ist der Weg in meine Welt
durch ein Tor, dass sieben Türen zählt
ich habe es dorthin gestellt
zu schützen, was mich im Innersten zusammenhält

Ich kann es öffnen, jeden Tag
für viele steht es offen und weit
ganz so, wie ich es mag
oder ich schließe es zu rechten Zeit

Gedicht · Tanzen

Transparent

die Musik
geht unter die Haut
sie hebt sie an
lässt mich
ihre Begrenztheit spüren
ich will raus
will den Rhythmus
und das Licht
in mir spüren

zaghaft
ziehe ich mir
ein Stückchen Haut
von meinem gefangenen ich
es ist
als würde ich
ein Fenster öffnen
um das Außen
herein zu lassen

in langen Streifen
ziehe mir die Haut ab
häute mich
um mir selbst
mehr Raum zu verschaffen
ich wachse
Ich ströme aus
verteile mich
diffundiere

alles was mich umgibt
dringt in mich ein
durch mich hindurch
das Licht
scheint durch mich durch
und aus mir heraus
der Wind durchströmt
und verweht mich

ich bin überall
und nirgends
und doch mehr
im hier und jetzt
als jemals zuvor

Gedicht · Tanzen

Pendel

In unserer Reihe Fridays Dance for Nature standen heute die Elemente im Mittelpunkt und sollten doch nicht das Zentrum sein. Es galt sich so durchlässig zu tanzen, dass die Elemente einen durchdringen konnten, um am Ende etwas aus allen vier Elementen zu erschaffen. Das klang ambitioniert und nicht jeden Tag gelingt es mir, mich auf die Bilder des Tanzen einlassen zu können. Doch heute war ein guter Tag zum Tanzen und das folgende ist mein Versuch, das Gefühl wiederzugeben.

die Musik beginnt
mit jeder Bewegung
ziehe ich mir
ein Stück meiner Haut
von meinem Körper
entferne ich die Membran
die mich zusammenhält
es ist als würde ich in alle Richtungen
gleichzeitig auslaufen
ich diffundiere
ströme aus

Erde
ich sinke hinab
der schwere Boden
ist weich wie Nebel
Tonnen von Erde
schweben mit mir
ich schwimme regelrecht
durch sie hindurch
bis ich die Hitze
des Inneren spüre

Feuer
die Hitze steigt auf
in mir und
um mich herum
ein feuriger Streit darum
wer heißer ist
meine innere Glut
könnte mich selbst
in Schutt und Asche verwandeln

Luft
Ich steige mit der Hitze nach oben
spüre, wie die Winde
mich durchwehen
und ich mit Ihnen
dahingleite
ich bin die Böe,
die den Mond
aus seinem Versteck reißt.

Wasser
und dann fällt Regen aus den Wolken
das Wasser sammelt sich in mir
füllt mich aus
ich Hebe den Arm
und er tropft zu Boden
das Wasser hat
keine Balken

Pendel
ich nehme alles zusammen
für jedes Element
ein Stück von mir
und forme
in wilden Drehungen
ein Elemeńtependel
um Disbalncen auszugleichen
und mit den letzten Tönen
versetze ich es
in Schwingung

Gedicht · Tanzen

Mehr Licht

Das Licht tanzen. Das klingt so leicht, weil das Licht keine Schwere zu kennen scheint. Doch auch das Licht hat seine Schatten. So mussten wir uns erst durch das Dunkel tanzen, um dabei zu sein, wie eine Sonne geboren wird. Und im Anschluss webten wir ein Netz aus Lichtfäden.

Ich werde mein Licht heute in die Welt hinaus tragen. In die dunkle regnerische Winterwelt.

 

 

Mehr Licht

 

Ich hülle mich

In einen dünnen Faden

aus reinstem Licht

spinne mich in einen

leuchtende.Kokon

um mich selbst nicht

zu verlieren

ich kenne diese Dunkelheit

diesen endlosen Schacht

mit seinem nie endenden Fall

ins tiefschwarze Nichts

magisch zeiht es mich

an den Rand

ein Tanz am Vulkan

vielleicht ist meine Höhenangst

eine Angst vor der Tiefe

vor dem Fall

ich vermeide den Blick hinein

ich hab das Dunkel schon gesehen

ich habe es gespürt, gerochen und geschmeckt

um so mehr halte ich mich

am Licht fest

an jedem einzelnen Lichtlein

und feiere jedes Leuchten

in dieser lichtarmen Zeit.

Gedicht · Tanzen

Auf leisen Worten

ein Wort

machte sich ganz leise

auf eine kleine

lange Reise

unvorhergesehen

und ganz ausnahmsweise

rutschte es heraus

und zog seine Kreise

durch die Gehörgänge

als gäb es dort Bahngleise

es zog einsam durch die Welt

als einzige Wortwaise

es verstummte nicht

sondern wuchs seltsamerweise

es hinterließ hier und da

eine wahre Wortschneise

verbreitete sich fleißig

wie eine Ameise

und flog von Ohr zu Ohr

wie eine Wortmeise

es klang immer weiter

und wurde alt und weise

es wurde gefeiert

und bekam sogar Preise

und ganz am Ende

seiner Reise

schon ganz erschöpft

quasi als Greise

verklang es wortlos

still und leise

 

#lyrimo

Gedicht · Tanzen

Butterbrotpapier (Equinox)

Heute

ist Tag und Nacht Gleiche

ist der Raum

zwischen den Zeiten

so

dünn wie Butterbrotpapier

fast wirkt es

als könne man den Tag auspacken

doch das laute Knistern 

mahnt zur Vorsicht

dünn wie Butterbrotpapier

heute könnte 

jede Ecke

jede Kante

den Tag zerreißen

und ich spüre die Gefahr

aus dem Tag zu fallen

 

dünn wie Butterbrotpapier

an manchen Stellen 

schimmert das Morgen 

schon durch

und an anderen 

drückt sich das Gestern noch ab

fast so als könne man es abpausen

dünn wie Butterbrotpapier

ich spüre wie

mit jedem Moment der Achtsamkeit

der Behutsamkeit

wie auch meine Haut

dünner wird

und meine Nerven knistern 

wie Butterbrotpapier

dünn wie Butterbrotpapier

ab morgen 

werden die Nächte länger

wird das Licht dunkler

werden die Tage kürzer

aber auch stabiler