Darf ich bitten

Musik erfüllt die Luft

der Takt schwebt wie ein Duft

geht durch die Nase in die Beine

zieht an der Puppenspielerleine

Links vor dann zwei zurück

ist das des tanzens Glück

alle auf gleichen Spuren

mit den geeichten Figuren

Ich will kein Einheitsschritt

ich Zieh den harten Schnitt

ich Tanz gegen die Sitten

meine Dame, darf ich bitten?

Ich tanze aus der Reihe

auf dass ich mich befreie

ich tanz meine Gedanken

pirouettiere manche Schranken

Erprobe Nähe und Distanz

das ist ein heißer Tanz

ganz nah, unbestritten

meine Dame, darf ich bitten

Doch schon im nächsten Takt

mich der Rhythmus packt

löse ich den Bund

und dreh mich rum und rund

Ich tanze ganz für mich

und doch umtanz ich dich

mit all meinen Schritten

meine Dame, darf ich bitten.

Tanzraum

Tanzen

ist die Neudefinition

des Raumes

des Raumes

den ich mir nehme

erschreite

ertanze

erdrehe

des Raumes

den Du erfüllst

ausfüllst

belebst

erfahrbar machst

des Raumes

den ich mir gestatte, in dem ich

mich erweitere

mich strecke

mich transzendiere

des Raumes

den du dir nimmst

vereinnahmst

einforderst

übernimmst

des Raumes

den ich dir lasse

anbiete

übertrage

zu Füßen lege

des Raumes

den ich dir nehme

entführe

abringe

erobere

Sommerende

Nachdem ich heute eindrücklich das Ende des Sommers getanzt habe, fand ich hier:

https://mutigerleben.wordpress.com/2020/09/04/writing-friday-erinnerungen-2/

die Formulierung: „die Macht des Sommers ist gebrochen“

Daraus ist das hier entstanden.


er ist gebrochen

kraftlos hängt er zwischen den größer werdenden Dunkelheiten

sein letztes Licht wirft lange Schatten

unter dem Eicheltrommelfeuer

und dem Wildgansgezwitscher

versinkt ein welkes Blatt

nach dem letzten Toast

im schal gewordenen Rosé