Das Café Ende – Improvisationsgeschichte – Teil 16

Dies ist der vorletzte Teil eine Improvisationsgeschichte: Jeden Mittwoch erscheint ein neuer Teil, der in einer offenen Situation und mit Fragen endet. Bis einschließlich Samstag darauf werden Ideen und Wortspenden eingesammelt, aus denen dann die Fortsetzung entsetzt.

Es kann jederzeit jede*r kann mitmachen. Je mehr Ideen und Wortspenden, desto interessanter wird die Geschichte. Einfach die Ideen und/oder Wortspenden als Kommentar hinterlassen.

Auch einzelne Wörter sind willkommen. Je mehr Worte desto dynamischer wird die Geschichte.


Teil 16:

Ideen und Wortspenden:

Wortgeflumselkritzelkram: Ich befürchte, die Menschheit ist gar nicht bereit für den „Schlüssel“ …. Meine Wortspende lautet: Sägewerk

Katha kritzelt: Vielleicht über YouTube? Wortspende: Millenials.

Grace: Vielleicht umarmen sich die beiden Wiebkes und fließen dabei ineinander, verschmelzen und werden wieder eins – ausgestattet mit dem Wissen und der Erinnerungen von beiden. Dabei entsteht eine riesige Licht-Aura um sie herum und sie verbreiten ab dem Moment ein so positives Energiefeld, das die Umstehenden ansteckt, und die verbreiten die Energie auch weiter… und so weiter… eine Pandemie von konstruktiver, liebevoller Energie entsteht zum Wohl der Erde und lässt sich nicht mehr aufhalten. Meine Wortspende: Energie-Lawine


Teil 16:

„So, damit ist unser 17. Video-Podcast auf YouTube veröffentlicht“, sagte Wiebke zu ihrer Mutter.

„Langsam zweifel ich ja daran, dass das etwas bringen kann“, sagte die andere Wiebke.

„Aber die Millenials erreichen wir quasi nur so. Für die älteren, entschuldige Mutti, müssten wir richtig ins Fernsehen und für die jüngeren müssten wir auf TicToc Videos drehen.“

„Im Fernsehen waren wir ja schon.“

„Ja, das war nicht wirklich erfolgreich. Aber die Kids auf TicToc erreichen macht auch nicht wirklich Sinn. Die schauen sich nur irgendwelche Dance-Challenges an. Das hier muss klappen.“

„Wie viele Clicks hatten wir denn beim letzten Clip?“

„466“, sagte Wiebke und sah enttäuscht zu Wiebke und ihrer Mutter.

„Na das läuft ja nicht gerade wie ein Uhrwerk. Irgendwie ist da noch Sand im Getriebe.“

„Das läuft eher wie ein Sägewerk“, sagte Lena und zuckte dann selbst zusammen. „Entschuldigt, das war nicht so gemeint. Aber ich sehe, wie viel Energie ihr da hineinsteckt und es kommt einfach nicht an.“

„Egal, Nummer 17 ist jetzt online“, sagte Wiebke, streichelte die Frau Schmidt, die während des Drehs hinter ihnen gesessen hatte und schaltete den Computer aus.

Am nächsten Morgen beim Frühstück checkte Wiebke mit ihrem Handy die neusten Click-Zahlen. Ihr fiel das Handy aus der Hand und es knallte laut auf den Teller.

„Oh Gott, was ist los“, fragte Lena völlig erschrocken und ging auf ihre Tochter zu.

„50.000“, sagte Wiebke fast tonlos.

„Was?“

„50.000“, sagte sie nun etwas lauter.

„50.000 was?“

„50.000 Clicks, seit gestern.“

In diesem Moment kam Wiebke herein. „Guten Morgen.“

„Wir haben 50.000“, sagte Wiebke und lehne sich bei ihrer Mutter an.

Wiebke sah die beiden einen Moment fragend an. Aber Stück für Stück lockerten sich ihre Gesichtszüge, mit jedem kleinen Stückchen Erkenntnis, das sich durchsetzte.

„50.000? Seit gestern?“

Wiebke nickte.

„Wahnsinn. Was ist passiert? Was haben wir denn dieses Mal anders gemacht?“

Wiebke und Lena zuckten mit dem Schultern.

Sie setzten sich alle drei vor den Computer und schauten sich mehrfach das Video an. Sie konnten einfach keinen wirklichen Unterschied sehen. Die Botschaft war die gleiche, die Machart war die gleiche, selbst der Hintergrund war der gleiche, wie bei den letzten Videos.

Yarim ging hinter ihnen vorbei und warf einen Blick auf den Monitor. „Versucht ihr es jetzt schon mit Katzenvideos?“, fragte er lächelnd.

Erst jetzt fiel es ihnen auf. Im Hintergrund saß zum ersten Mal bei den Videoaufnahmen Frau Schmidt. Sie machte nichts, sie saß einfach da, aber dies war der deutlichste Unterschied.

„Ja klar“, schrie Wiebke auf. Die Erkenntnis hatte sie wie eine Energie-Lawine getroffen: „Frau Schmidt und Rosinante waren doch auch mit auf dem Raumschiff. Wir müssen einen Film mit den beiden machen!“ Sofort schnappte sie sich die Kamera und suchte völlig aufgedreht nach Frau Schmidt.

„Und Action“, rief Lena und startete die Kamera. Vor ihr standen die beiden Wiebkes, Frau Schmidt und Rosinante.

Wiebke berichtete von ihrer Ausbildung und Ihrer Botschaft für die Welt: „Wer Liebe aussendet, wird Liebe erhalten.“

Voller Enthusiasmus rief sie regelrecht in die Kamera: „Und ist es nicht das, was wir letztlich alle vom Leben wollen? Lieben und geliebt werden?“ Sie war den Tränen nah. Am Ende des Clips fielen sich die beiden Wiebkes in die Arme. Es gab einen gewaltigen Lichtblitz und eine Energiewelle schien alles in der näheren Umgebung zu erschüttern. Als der Blitz vorbei war, stand nur noch eine Wiebke zwischen Frau Schmidt und Rosinante.

„Wiebke?“, fragte Lena, ganz erschrocken.

„Ja“, sagte sie etwas zögerlich. „Ja und ja. Ich bin Wiebke und Wiebke“, sagte sie völlig erstaunt.

Eine Stunde, nachdem der Clip online gegangen war, knackte er die 1.000.000 Clicks.


Liebe Lesenden,

in der nächsten Woche wird die Geschichte enden. Wie wird die Geschichte ausgehen? Wird die Welt gerettet werden?

Ich werde danach eine Sommerpause einlegen und im Herbst noch einmal einen Versuch für eine neue Geschichte starten. Mal sehen, ob und wie es gelingen kann, ein paar mehr Mitschreiber:innen zu gewinnen. Vielen Dank aber an die treuen Improvisationsgeschichtenfans, die diese Geschichte gestaltet haben.

Liebe Grüße

Euer Wortverdreher


Hier geht es zu Teil 15:

Hier geht es zur ganzen Geschichte von Anfang an:

Improvisationsgeschichte – Das Café Ende

9 Gedanken zu “Das Café Ende – Improvisationsgeschichte – Teil 16

    1. Na auf den Donner von Thors Hammer, bin ich gespannt. Vielen Dank, dass Du so eifrig an der Geschichte mitgeschrieben hast. Gegen etwas Werbung hätte ich sicher nichts einzuwenden. Werde den Start entsprechend vorher ankündigen.
      Vielen Dank und viele Grüße
      Christian

      Gefällt 1 Person

  1. Grace

    Wie wird die Welt gerettet werden? Vielleicht haben die 3 von einem Punkt am Kopf erfahren, der, wenn man ihn auf sanfte Weise berührt, eine enorme Steigerung konstruktiver, liebevoller und mutiger Gedanken und Handlungen zur Folge hat…
    Ich glaube, dass die Welt gerettet wird auf eine kaum denkbare einfache Weise, dass aber vielleicht auch noch manches dabei offen bleiben wird… 😉
    Meine Wortspende: Umarmungen
    Ich freue mich bereits jetzt auf die nächste Impro-Geschichte, das hat viel Spaß gemacht mit den Personen im Café Ende. Vielen Dank dafür!

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Das Café Ende – Improvisationsgeschichte – Teil 17 (Abschluss) – wortverdreher

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