Veröffentlicht in Gedicht

Sternch*innen

steht die Frage noch im Raum

gibt es doch mehr als Männer und Frau‘n?

ich dacht‘ das stände längst schon fest

und die, dies nicht glauben sind nur der Rest

wenn es mehr Geschlechter gibt

und sei es noch so unbeliebt

muss sich auch uns‘re Sprache ändern

ist doch ganz einfach mit dem gendern

doch höre ich auch schon die Klage

das dürfe man doch wohl noch sage‘

dass wir die Sprache so verschandeln

und nichts, schon gar nicht Sprache soll sich wandeln

doch sperrt mal eure Ohren auf

sich ändern ist der Welten Lauf

drum schluckt endlich die Kröte

kein Mensch spricht heute noch wie Goethe

Sprache als Spiegel seiner Zeit

Drum ist es nun einfach so weit

den Dualismus zu beenden

und sich der Freiheit zuzuwenden

manch eine*r ist nicht Mann nicht Frau

manch eine*r weiß es nicht genau

es ist oft schwerer als man denkt

wer wirklich weiß, der ist beschenkt

die Zahl derer, die dazwischen stehen

Ist sicher höher als wir sehen

doch war es bisher sehr verpöhnt

wird Zeit, dass man sich dran gewöhnt

was ist schon schlimm an mehr Geschlechter

die Anerkennung macht die Welt gerechter

das lässt die Menschen sich entfalten

und ihre Zukunft selbst gestalten

wen frag ich mich, könnte das stören

wenn wir bald das Sternchen hören

doch nur jemand, der sich selber sucht

ist derjenige, die hier verflucht

wo ist denn hierbei das Problem

was bitte macht‘s unangenehm?

wann man sich als Mann/Frau fühlt

warum dann so aufgewühlt

das manche Menschen anders leben

das hat es immer schon gegeben

drum lasst die Menschen anders sein

und frei wählen aus den Dreien

nehmen wir ihnen die Scham

damit sie sein können, wer sie war‘n

sich selbst kennen und erspüren

und wir nicht über sie verfügen

lasst sie leben wie sie wollen

niemand hat irgendwas zu sollen

und die Sprache, ihr werdet sehen

wird sich bald von selber dreh‘.n

8 Kommentare zu „Sternch*innen

    1. Sprache änder sich unentwegt. Mal merkt es mehr, mal weniger. Aber das kann ja auch spannend sein. Was wird z.B. aus: sehr geehrter Herr, sehr geehrte Frau? Wie soll denn das gegendert werden? Da muss wohl eine neue Begrüßungsformel her, was ich sehr begrüßen würde. Ich fand diese Anrede nie wirklich passend.

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